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Freitag, 10. September 2010
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Einzelnen Tagebucheintrag lesen

Auf nach China!

Freitag, 10. November 2006 - 18:15 Uhr
Von Max Zorno

Heute Abend geht es für mich ab nach China! Ich bin Teil einer 13-köpfigen Reisedelegation rund um Ex-Arbeitsminister Walter Riester, die der Globalisierung nachspürt. Unter dem Motto "China, Fabrik der Welt - Rivale oder Partner?" schauen wir, wie dort gearbeitet und gelebt wird. Wir werden Betriebe besichtigen und uns mit gesellschaftlichen Organisationen treffen. Drei Stationen in 10 Tagen warten auf mich: Zunächst die Sonderwirtschaftszonen wie Shenzhen im Süden rund um Hongkong und Macau. Station Nr. 2 ist Shanghai. Danach geht es nach Peking.

Den nächsten Tagebuch-Eintrag gibt es nach meiner Rückkehr in der übernächsten Woche. Sie können sich auf einen Reisebericht aus dem Land der aufgehenden Sonne freuen.

Antworten

> Ich bin Teil einer 15-köpfigen Reisedelegation rund um Ex-Arbeitsminister Walter Riester, die der Globalisierung nachspürt.

Wie wird man denn das?
Wünsche viel Spaß in China und hoffe, dass es positives zu berichten gibt.

[ Von: Eric am 10.11.06 um 18:30 Uhr ]

und pass auf, was Du bloggst. Nicht, dass Dich Yahoo an die chinesischen Behörden verpfeifft :))

viel Spaß da dribbe

[ Von: Robert am 12.11.06 um 02:48 Uhr ]

Das hört sich ja richtig priviligiert und spannend an!!

Habe vielleicht einen Buchtip zu dem Thema China/Globalisierung allgemein:
"Schatten der Globalisierung" von Joseph Stiglitz.

Der Autor (Nobel-Preisträger und Ex-Chefvolkswirt der Weltbank) zeigt ziemlich detailliert was mit der Globalisierung schief läuft, warum der IWF versagt und warum China trotzdem eines der Parade-Beispiele ist, wie man vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft gelangt. (nämlich indem man sich gegen die Empfehlungen des IWF und der USA stellt)

[ Von: Ingo am 13.11.06 um 21:56 Uhr ]

aha
jetzt weiss ich also wofür ich steuern bezahle...
so ein quatsch....
das größte problem in deutschland ist die staatsquote von 60%..
ihr könnt dann ja zurück in d erstmal eine arbeitsgruppe bilden um eure erfahrungen zu verarbeiten usw
ihr seid schon ganz toll

[ Von: ulrich vesper am 04.12.06 um 23:38 Uhr ]

Lieber Ulrich Vesper, das Problem in Deutschland ist, dass zu viele Leute zu schnell reden, ohne wirklich was zu wissen.

Aus Ihren Zeilen klingt die Meinung, dass unsere Reise vom Staat bezahlt worden sei: Amüsieren in China mit Staatsknete. Irrtum!

Das Gegenteil ist wahr: Alle Teilnehmer (incl. Walter Riester) haben die China-Reise aus eigener Tasche bezahlt.

[ Von: Max Zorno am 05.12.06 um 10:46 Uhr ]

www.globalisierung-zaehmen.de

Sehr geehrte Damen und Herrn!

Globalisierung eröffnet riesige Chancen auf dem Wege der Beseitigung von Hunger, Elend und Armut in der Welt. Die wirtschaftlichen und technischen Vorraussetzungen sind vorhanden und werden seit Jahren dynamisch und erfolgreich realisiert. Eine bessere Welt ist möglich und es wird schon daran kräftig gearbeitet. Allein in China ist unter geschickter Nutzung der „Globalisierung“ aus bitterer Armut eine Mittelklasse entstanden von 300 Millionen Menschen, die in etwa der gesamten Bevölkerung der USA entspricht und an den Lebensstandard der reichen Industriestaaten heranreicht.

Globalisierung birgt aber auch große Gefahren und Risiken für den inneren Frieden, insbesondere in den entwickelten westlichen Industriestaaten, wenn immer mehr einheimische Arbeitsplätze verloren gehen und abwandern. „Globalisierungskritik“ und „Vorfahrt auf dem freien Weltmarkt“ gepaart mit „Heimatschutz“ und „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ eignet sich gut für „Chauvinismus und Nationalismus“. Der Weltfriede, der äußere Friede zwischen den Völkern kann empfindlich gestört werden. Wichtiges Ziel muß es sein, eine Welt in „Harmonie nach innen und außen“ zu schaffen.

Aufstrebende Schwellen- und Entwicklungsländer scheinen Strategien zu entwickeln, die dem Aufbau und der Entwicklung ihrer Volkswirtschaften dienen und nicht vor allem den Profitinteressen Einzelner. Sie gehen zunehmend bilaterale Handelsbeziehungen ein und arbeiten in Süd-Ostasien, in Latein- und Mittelamerika und sogar im arabischen Raum an dem Aufbau von Währungs- und Wirtschaftsgemeinschaften, die Ähnlichkeit mit der „Europäischen Gemeinschaft“ haben. Solche Gemeinschaften sind geeignet, Schutz zu bieten vor drohenden finanz- und währungspolitischen Turbulenzen. Gleichzeitig fördern sie Wachstum, Frieden und Wohlstand zu allseitigem Nutzen auf dem Boden von Fairness und Vertrauen, wenn es auch manchmal Reibereien gibt, wie beim Zellulosestreit in der Mercosur zwischen Uruguay und Argentinien.

Heute sind überall Tendenzen spürbar, sich von der Vorherrschaft angloamerikanischer Finanz- und Wirtschaftsmacht und der vorherrschenden neoliberaler Ideologie eines unregulierten, wildwüchsigen Weltmarktes zu befreien oder sich gar davor zu schützen. Diese eher „gelenkte“ und „gezähmte“ Nutzung der Globalisierung scheint weniger krisenanfällig zu sein und scheint weniger den zyklischen Schwankungen eines freien, unregulierten und wildwuchernden Weltmarktes zu unterliegen. Jedenfalls wachsen viele Schwellen- und Entwicklungsländer seit Jahren stabiler und dynamischer, wenn sie bewusst ihre Volkswirtschaften entwickeln und sie nicht den Kräften des „freien Marktes“ überlassen.

Geholfen haben ihnen dabei die großen globalen Unternehmen und Konzerne nicht aus Nächstenliebe, sondern wurden von den Zwängen des freien Marktes und seines Wettbewerbs getrieben. Bis in die hintersten Winkel der Welt dringen sie vor, immer auf der Suche nach Wettbewerbsvorteilen, Absatzmärkten und billigen Arbeitskräften, denn nur so können sie bei Strafe des Untergangs überleben.
Kapital- und Technologietransfer, etwa in Form von Direktinvestitionen, können ein Segen sein für die sich entwickelnden Volkswirtschaften, wenn sie Arbeitsplätze schaffen, für den Ausbau von Produktionsstätten und Infrastruktur verwendet werden und das Bildungsniveau und den Lebensstand der Bevölkerung heben. Das Potential und die Märkte sind riesig und die Wachstumschancen können auch und besonders von den entwickelten Industriestaaten zu beiderseitigem Vorteil und in Partnerschaft genutzt werden.
Einer der Chefvolkswirte der Investmentbank Goldmann Sachs Jim O´Neill vertritt seit Jahren unwidersprochen die Auffassung, „dass die vier BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) im Jahr 2050 ein größeres Gewicht in der Weltwirtschaft haben werden als die heute in der G7 zusammengeschlossenen Industrienationen. Für die Gewinner der Globalisierung spreche vor allem das Arbeitskräfte- und Produktivitätspotential.“(FAZ vom 13.03.07).
China wird in Kürze voraussichtlich vor Deutschland die Führung als Exportweltmeister übernehmen und ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. Der Hunger der aufstrebenden Schwellenländer nach Energie und Rohstoffen wird unweigerlich zunehmen. Das Korsett wird von Jahr zu Jahr enger, in das viele Schwellenländer eingeschnürt sind.
Die aktuelle weltpolitische Situation erinnert ein ganz klein wenig an die Zeit vor den beiden Weltkriegen. Damals betraten die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Deutschland und Japan die weltpolitische Bühne, forderten mehr Bewegungsfreiheit für ihre sich rasch entwickelnden Volkswirtschaften und trafen dabei auf eine schon unter den Großmächten aufgeteilte Welt. Dann ging es um die Neuaufteilung der Welt, um die Weltherrschaft, auch mit totalem Krieg.
Heute propagiert die chinesische Regierung eine Zukunft in „Harmonie“ nach innen und nach außen, obwohl die USA den gesamten Globus mit Handelsniederlassungen und Militärstützpunkten überzogen haben und die aufstrebenden Schwellenländer so in ihrem Bewegungsspielraum immer mehr einengen. Um weiterhin wie bisher die Vorteile der „Globalisierung“ für die Entwicklung ihrer Volkswirtschaften zu nutzen, brauchen die Länder Stabilität, Partnerschaft und Frieden.
Das ist der Weg, den auch Europa gehen sollte an der Seite der wachsenden Volkswirtschaften, in Partnerschaft und zu gegenseitigem Nutzen. Europa sollte sich nicht den USA anschließen, wenn sie sich auf eine Rivalität mit China einlassen und sich dafür ein Militärbudget leisten, dass fast die Hälfte der gesamten Militärausgaben der Welt ausmacht. Europa sollte das Projekt einer „Transatlantischen Freihandelszone“ zusammen mit den USA als führendes Mitglied der „north atlantic treaty organisation“ (NATO) nicht weiter verfolgen.
Auch sollten die amerikanischen Pläne einer Raketenabwehr in Polen und Tschechien nicht unterstützt werden, auch dann nicht, wenn sie kein „Nato-Projekt“ sind. Die Nato hat ihren Einflussbereich immerhin schon bis an die Grenze Russlands ausgeweitet.

Stattdessen sollte sich Europa öffnen für den Weg in eine globale „new economy“, der von vielen Ländern in der Welt beim Aufbau ihrer Volkswirtschaften schon beschritten wird.

Beste Grüße
Franz Nolte

[ Von: Franz-Bernhard Nolte am 24.03.07 um 14:55 Uhr ]

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