Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater: "Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen. |
Einzelnen Tagebucheintrag lesenSponsoring: Maxi-PR für Mini-BudgetFreitag, 3. November 2006 - 15:54 Uhr Oleg Tinkoff ist ein verrückter Hund: Als Bierbrauer und Brauerei-Chef verdiente er Millionen. Im diesem Jahr versuchte er sich als Profi-Radrennfahrer, speckte dazu 18 Kilo ab, brachte sich mit 7.000 Trainingskilometer binnen 2 Monaten in Form - und dies alles mit 38 Jahren. Ein Radteam, das ihn unter Vertrag nahm, brauchte er nicht finden: Er gründete selber eines und sponserte es mit Geldern seines Firmenimperiums. Nun steht Tinkoff nun vor einem großen Marketing-Coup, den ich bewundernswert finde: Mit kleinem Marketing-Budget wird er weltbekannt werden - dank eines genialen Marketing-Schachzugs. Nützliche GerüchteMomentan wird spekuliert, ob ein gewisser Jan Ullrich in der nächsten Saison für Tinkoff in den Sattel steigen wird. Genau, ich rede von unserem Doping-Ulle, dessen Karriere eigentlich beendet ist. Es ist auch völlig gleichgültig, ob es tatsächlich zu einem Vertragsabschluss kommen wird oder nicht. Allein, dass über eine mögliche Verpflichtung Ullrichs geredet und berichtet wird, verschafft Tinkoff Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Wollte man auf klassischem Wege mit Werbung eine ähnliche Aufmerksamkeit erzielen, dürfte dies einiges Geld kosten. Die Medien sind immer dabeiWir dürfen uns auf weiteres Marketing in dieser Form freuen, denn offensichtlich steckt hinter der Sache System: Der einstmals wegen Dopings gesperrte Danilo Hondo und der gedopte Olympiasieger Tyler Hamilton haben schon bei Tinkoff unterschrieben. Das Radteam ist also eine Ansammlung der bedeutendsten Doping-Fachkräfte unserer Zeit. Alle Spitzen-Doper in einem gemeinsamen Team - auf diese geniale Idee muss man erst einmal kommen. Dies ist in etwa so, als ob die Union der Sexualstraftäter e.V. ein Mädchenpensionat eröffnen würde. Die Begleitung des Projektes durch die Medien dürfte garantiert sein: Überall, wo Tinkoff Truppe der rollenden Pharma-Vertreter nächste Saison aufkreuzen wird, werden die Fernseh-Teams schon warten. Die so erlangte weltweite Bekanntheit dürfte viel mehr wert sein, als die Investition in das Radteam gekostet hat - ganz so, wie der Wirbel um Floyd Landis der Hörgeräte-Firma Phonak nicht geschadet hat. Ganz im Gegenteil! Gut gemacht, Herr Tinkoff! AntwortenDa kann ich nur sagen: Gut gemacht Herr Tinkoff! Eine tolle Idee, sich und Ihr Produkt in Verbindung mit einer Ansammlung von Versagern zu präsentieren, die Ihre Leistung nur durch die Einnahme diverser verbotener Supplemente bringen konnten und dann auch noch damit aufgeflogen sind! Solche Vorbilder mit echtem Sportsgeist erzeugen beim potentiellen Kunden ein überaus positives Gefühl, welches sie sogleich auf Ihr Produkt spiegeln werden. Eins, setzen!! [ Von: Marcel Dettmann am 20.11.06 um 14:50 Uhr ] Neue Antwort schreibenHinweis: Um hier etwas zu schreiben, muss in Ihrem Browser JavaScript aktiviert sein. Außerdem läuft hier ein Spamfilter: Wenn Ihr Kommentar nicht sofort erscheint, hat er sich darin verfangen und wird in den nächsten Stunden von mir freigelassen. Was nun als nächstes?
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