Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater: "Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen. |
Einzelnen Tagebucheintrag lesenAus der Gruselgruft des Customer Relationship ManagementMontag, 30. Oktober 2006 - 19:07 Uhr Tante Emma wusste Kundenbeziehungen bestens zu pflegen: "Hallo Frau Krause, ist der Sohn mit dem Studium fertig? Geht es Ihrem Mann wieder besser? Was darf's denn diesmal sein? Wieder 200 g Aufschnitt, etwas Emmentaler und ein Pfund Brot?" Schon viele Jahrzehnte hatte Tante Emma in Lädchen etwas perfektioniert, was smarte Unternehmensberater in edlen Anzügen uns in der Neuzeit als den letzten Schrei in der Kundenbetreuung verkaufen: CRM - Customer Relationship Management. Tante Emma hat systematisch Wissen über ihre Kunden gesammelt und es zur persönlichen Kundenansprache eingesetzt. Beim "echten, professionellen" CRM (also dem teuren von der McBerger Consulting Group) werden die Dinge natürlich richtig systematisch gemanaged und nicht so intuitiv einst wie bei Tante Emma: Daten werden in Datenbanken gespeichert, die Kommunikation wird von Call und Mail Center Agents erledigt, der Erfolg von Kommunikationsmaßnahmen wird in Opportunity Management Systemen "getracked" (nachverfolgt). Schöne neue Welt. Kommunikations-LachnummerNatürlich verkommt CRM zur Lachnummer, wenn man sich so trottelig anstellt, wie das Audi-Autohaus Auto-Kühn aus Rastatt. Die Firma beglückte mich mit folgender Erinnerung, dass ich mein Auto zur Hauptuntersuchung nach §29 StVZO (Volksmund: TÜV) vorführen soll.
Kundenbrief eines Autohauses (aus dem Oktober 2006) Wo stecken die Fehler?Folgende Fehler machen das Schreiben zum Gruselbeispiel der Kunden-Kommunikation:
PS: Sehr bezeichnend (und vor allem witzig) finde ich übrigens das Zitat auf der Homepage von Auto-Kühn: "Bei uns stehen Sie als Kunde im Mittelpunkt. Auf unserer Web-Site finden Sie deshalb alles, was Sie von einem modernen und kundenorientierten Autohaus erwarten. Da sich diese Internetseiten momentan im Umbau befinden, ist es möglich, daß die ein oder andere Darstellung unvollständig ist."
AntwortenDanke, selten so gelacht. Audi könnte so auf diesen Vorfall reagieren: Die Mitarbeiter müssen sich einem Intelligenztest unterziehen, die Ergebnisse werden addiert und anschliessend durch die Anzahl der Mitarbeiter dividiert. Ist das Ergebnis [ Von: Uli Rzany am 02.11.06 um 11:11 Uhr ] Eine echte Lachnummer. Übrigens ist anscheinend bisher keine Mitarbeiter dieses Autohauses zu Ohren gekommen, dass man den Inhalt von Datenbankfeldern auch hübsch formatieren kann. "Dez 00" klingt nämlich stark nach Excel-Standardformatierung und ist in einem Fließtext angewandt einfach nur hundsmiserables Deutsch. Fehlt unten eigentlich nur noch der Hinweis: "Dieses Dokument wurde maschinell erstellt und ist daher auch ohne Unterschrift gültig." [ Von: Marketingblogger Michael am 13.11.06 um 16:18 Uhr ] Da scheint wohl ein Top-Mitarbeiter oder eine Top-Software im Einsatz gewesen zu sein! Aber mal ehrlich: Was würden wir machen, wenn wir nicht jeden Tag noch ein bisschen zu lachen haben?! [ Von: Stefan Holtick am 20.03.07 um 21:27 Uhr ] So lange keine Rechnungen für nicht in Anspruch genommene Leistungen versendet werden, lassen mich solche Fehler kalt. [ Von: sabine am 29.07.08 um 18:18 Uhr ] Neue Antwort schreibenHinweis: Um hier etwas zu schreiben, muss in Ihrem Browser JavaScript aktiviert sein. Außerdem läuft hier ein Spamfilter: Wenn Ihr Kommentar nicht sofort erscheint, hat er sich darin verfangen und wird in den nächsten Stunden von mir freigelassen. Was nun als nächstes?
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