Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater: "Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen. |
Einzelnen Tagebucheintrag lesenDie neue Macht der KundenMittwoch, 15. Februar 2006 - 17:39 Uhr Der arme, wehrlose Kunde als Spielball in den Fängen eines Großunternehmens - dieses Szenario war einmal. Das Internet hat das Machtgefüge verschoben: Kunden können sich heute organisieren und eine Meinungsfront gegen ein Unternehmen in Stellung bringen. Die Aktion "Wo sind die Tickets - Opfer der DAB Bank organisieren sich" zeigt, was möglich ist. Die Direktanlagebank (DAB Bank) hatte vor 4 Jahren ihren Kunden Tickets für die Fussball-WM 2006 versprochen - sogar mit Garantie, diese zu erhalten! Nun kann sie nicht liefern. Und schon verbünden sich die geprellten Kunden in einer internetbasierten Selbsthilfegruppe und erzeugen ein reges Medienecho. Tollpatschiger Umgang mit den Kunden provoziert Reaktionen
Anzeige der DAB Bank aus 2002 (Screenshot von wo-sind-dieTickets.de) Der Umgang der DAB Bank mit dem Fall erscheint mir tollpatschig - und dies ist aus meiner Sicht der Hauptauslöser für die Aufregung. Die Bank versäumt es, vernünftige Alternativlösungen aufzuzeigen, lässt die Kunden in der Luft hängen. So haben diese das Gefühl, einem "Reingelegt-worden-Marketing" oder "Lügen-Marketing" aufgesessen zu sein. Was hilft es dem Kunden, dass die DAB Bank mitteilt, gegen eine Marketingagentur zu prozessieren? Vielmehr hätte die Bank gleich eine unwiderstehliche Alternativofferte unterbreiten sollen: "Falls wir keine Tickets bekommen, laden wir Sie mit Ihrem Partner auf unsere Kosten zu einer Reise nach München ein. Sie übernachten in einem Luxushotel und feiern mit uns eine WM-Party vor der Großbildleinwand. Live-Bands und Gourmet-Büffet sorgen für Stimmung, Genuss und ein unvergessliches Erlebnis.". Seien Sie auf selbstbewusste Kunde vorbereitetDer Fall führt vor Augen, wie hoch für die Firmen heute die Standards im Umgang mit den Kunden anzusetzen sind: Du begehst den ersten Fehltritt und schon landest Du am Pranger - und dies mit voller Berechtigung. Nach meinem Eindruck haben sich die wenigsten Firmen auf die neue Macht der Kunden eingestellt. Statt rechtzeitig "Was-wäre-wenn"-Planspiele durchzuspielen, schlafen sie den Schlaf der Gerechten und dilettieren im Ernstfall vor sich hin. AntwortenSie können nicht wirklich erwarten, das ein Finanzhaus, sein vorhandenes Kontigent an WM-Tickets an 50-Euro -Sparplan-Kunden weitergibt. Und in die Suiten in Luxushotels steigt der Finanzmann von Welt lieber selbst ab. [ Von: Fondslady am 09.03.06 um 20:18 Uhr ] Fondslady, ich befürchte, dass Sie Recht haben. [ Von: Max Zorno am 09.03.06 um 20:21 Uhr ] Was für eine großartige Chance hat die DAB-Bank da vergeben, einen möglichen Schaden in einen Imagegewinn umzuwandeln: Pressekonferenz, ein bißchen Zerknirschung, Schuld ist die Agentur, in die allseits miese Stimmung gegen die FIFA einstimmen und dann: "Aber wir versuchen, irgendwie zu unserem Wort zu stehen und laden..." _Das_ wäre überall abgedruckt worden, bei der Fete im Hotel wäre sicher auch ein Kamerateam gewesen, nur positive Nachrichten über Kulanz und Großzügigkeit der DAB-Bank. Und das zu einem im Endeffekt unschlagbar günstigen Preis, da müßte man sonst lange Anzeigenserien á la "Die Bank, die ihr Vertrauen verdient" schalten. [ Von: Hörbie am 11.03.06 um 00:43 Uhr ] Neue Antwort schreibenHinweis: Um hier etwas zu schreiben, muss in Ihrem Browser JavaScript aktiviert sein. Außerdem läuft hier ein Spamfilter: Wenn Ihr Kommentar nicht sofort erscheint, hat er sich darin verfangen und wird in den nächsten Stunden von mir freigelassen. Was nun als nächstes?
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