Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater: "Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen. |
Einzelnen Tagebucheintrag lesenCongster, Gangster, Nepp-ster, Dumm-sterFreitag, 17. Dezember 2004 - 11:11 Uhr
Die Wirtschaftswoche berichtet aktuell über ein neues Marketing-Abenteuer von T-Online. Meines Erachtens ist es zum Scheitern verurteilt:
Zum Scheitern verurteiltEiner meiner Bekannten schrieb mir treffend:
Dumm-ster MarketingIch schüttele mit Stefan gemeinsam den Kopf: T-Online tappt geradewegs in die Positionierungsfalle, die ich vor drei Wochen diskutiert hatte. Lesen Sie meine Argumente für das Harley-Davidson Mofa und vergleichen Sie, wie verblüffend ähnlich T-Online den Zweck von Congster begründet. Aus meiner Sicht verdient das Congster-Projekt wegen seiner Dämlichkeit einen treffenderen Namen: Dumm-ster. Liebe Telekom- bzw. T-Online-Aufsichtsräte, bitte sofort Rainer Beaujean wegen strategischer Unfähigkeit feuern und das Congster-Konzept dort deponieren, wo es hingehört: Im Dumpster (engl. für "Müllcontainer"). AntwortenKlar gibt es die Positionierungsfalle, sofern zuviel an eine Marke gehängt wird. Komplett neue Marken einzuführen, ist aber eben gerade der richtige Weg, wenn man neue Zielgruppen oder ein neues Preissegment angehen will. Das gilt übrigens auch für das Beispiel Smart, das hier ebenfalls neulich als Positionierungsfehler genannt wurde.
[ Von: Q-BEE am 17.12.04 um 11:41 Uhr ] Noch hat DaimlerChrysler mit Smart kein Geld verdient - und mit der A-Klasse auch nicht (das waren die Beispiele, die ich als Positionierungsfehler genannt hatte). Nur schwerlich kann ich mir vorstellen, dass T-Online mit Congster Geld verdienen wird. [ Von: Max Zorno am 17.12.04 um 11:47 Uhr ] Positionierung bedarf der Kommunikation und starke Marken treffen klare Aussagen. Die Milka-Kuh gibt es seit 30 Jahren unverändert. Der Bausparfuchs schlaumeiert seit 1975 fast unverändert in unsere Wohnzimmer. Die Deutsche Telekom wirbt dagegen mit einem exaltierten Avatar namens Robert T. Online, um danach den rosaroten Panther zu bemühen und schließlich Tatort-Komissare und überstrapazierte Quizmaster gemeinsam ins Rennen zu schicken. Schafft das ein klares und widerspruchsfreies Markenimage? Natürlich nicht. Sagt das aus für welche Werte die Marke steht? Natürlich nicht. Der Telekom fehlt es an Beständigkeit und gestalterische Konsistenz. Da macht ein olivgrüner Congster das Kraut auch nicht mehr fett. [ Von: Karl-Heinz am 17.12.04 um 14:25 Uhr ] Congster wird doch einfach nur schlecht. Schon jetzt klingt es dumm, wenn man mit T-Onlines Marke Musik lädt und dann sagen soll "Ich lad Musik - bei Musicload.de". "Ich surfe mit Congster" klingt, als hätte man keine Ahnung von irgendwas und außerdem den falschen Browser. [ Von: Julian am 20.12.04 um 13:22 Uhr ] Wenn ich die Diskussion so verfolge, erinnert mich das doch stark an das flache Geplänkel von den Beratern, die 1000 Stellungen kennen, aber keine einzige Frau. Wer hat denn hier schon mal einen Markeneinführung begleitet? Dann findet doch mal einen Namen, der in den notwendigen Dienstleistungsklassen schützbar ist. dann findet doch mal einen Namen, wo alle benötigten Domains frei bzw. verfügbar sind. Dann findet doch mal einen Namen, der es allen Recht macht. Wie sagt Herr Gotta (den Ihr Experten ja sicher alle kennt) dazu: bei einem neuen Markennamen ist es wie bei der Namensfindung für ein Baby. Er sagt "wir sollten es Willi nennen", sie daraufhin: "Willi war ein Säufer...". Frohes Fest - Richy [ Von: Richy am 23.12.04 um 16:57 Uhr ] Lieber Richy, aha, spricht aus Ihnen der beleidigte T-Online-Mitarbeiter? Sie haben Ihren Kommentar aus dem firmeninternen Netz von T-Online abgesetzt (über die Adresse proxy1.t-online.net / IP: 195.243.113.249). "Congster" ist und bleibt eine Marken-Fehlgeburt - im Hinblick auf Namen und aufs Konzept. Ihre Vorwürfe von fehlender "Markenahnung" greifen übrigens nicht: "Max Zorno" ist ein eingetragener Markenname - und meine Beratungsaktivitäten finden ebenfalls unter einem eingetragenen Markennamen statt: Amitra . Es ist also gar nicht so schwer Markennamen zu schützen und Domains zu reservieren, die griffig klingen und vernünftig sind. Manfred Gotta ist mir ein Begriff - er ist der "Markennamen-Erfindungs-Papst" und wie ich in Baden-Baden daheim. Besonders enttäuscht mich an Ihrem Kommentar, dass Sie Kritik abtun ("flaches Geplänkel") und die innere Beschäftigung damit verweigern (wer zwischen den Zeilen liest, kann dies spüren). Dies erinnert mich andere Erfahrungen, die ich mit Telekom und T-Online machen musste. [ Von: Max Zorno am 23.12.04 um 18:05 Uhr ] Die Argumentation von Richy, dass die Namens- bzw. Markenfindung nicht ganz leicht ist, kann man ja durchaus nachvollziehen.
Wäre diese Dienstleistung ein Kinderspiel, gäbe es auch keinen "Markennamenpapst" und einer ganzen Branche würden massive Umsatzeinbußen drohen.
[ Von: Stefan am 05.01.05 um 11:49 Uhr ] Mich interessiert, ob t-online auch "Content" für Ausländer reinstellen sollte. Z.B. Russische TV-Programme oder Kinofilme. Was meint Ihr dazu?
[ Von: Cornelia am 18.04.06 um 19:11 Uhr ] Neue Antwort schreibenHinweis: Um hier etwas zu schreiben, muss in Ihrem Browser JavaScript aktiviert sein. Außerdem läuft hier ein Spamfilter: Wenn Ihr Kommentar nicht sofort erscheint, hat er sich darin verfangen und wird in den nächsten Stunden von mir freigelassen. Was nun als nächstes?
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