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Quark de Luxe: Werbefernsehen erobert das Internet

Freitag, 23. Januar 2004 - 14:06 Uhr
Von Max Zorno

Heise Online meldete diese Woche die neueste "Werberevolution"

Ab dieser Woche sollen bei MSN, ESPN, Lycos und iVillage in einer sechswöchigen Testphase vollständige TV-Werbespots von Pepsi, AT&T, Honda, Vonage und Warner Brothers laufen.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Werbeanzeigen in Form von Videospots. Keiner lief jedoch in voller Fernsehqualität mit 30 Frames pro Sekunde. Das neue Format der Werbeagentur Unicast aus New York lädt den Spot unbemerkt, während der ahnungslose User die Website betrachtet. Der Spot wird in dem Moment auf der vollen Bildschirmfläche abgespielt, wenn eine neue Seite aufgerufen wird. Das Resultat ist einem Fernsehspot vergleichbar, mit der Ausnahme, dass der Nutzer die Botschaft wegklicken können soll. Vorteil dieses Ansatzes aus Perspektive der Werbetreibenden ist, dass Popup-Blocker nicht wirksam werden.

[...] Die Werbetreibenden geben sich sehr sicher, dass die Internet-Community die Werbespots akzeptieren und sogar mögen wird, da die Marken, die so aufdringlich an den Nutzer gebracht werden sollen, positiv besetzt seien. [...] Analysten sehen laut New York Times in der Methode von Unicast bereits den möglichen Beginn einer neuen Ära in der Internetwerbung.

Die volle Meldung lesen Sie bei Heise Online Außerdem gibt es dazu noch eine englischsprachige Presseerklärung von Unicast.

Schwachsinnige Hirnakrobaten

"Die Nachfrage nach Video-Werbung ist bei Online-Werbefirmen und Verlagshäusern überwältigend - aber nicht überraschend", ergötzt sich Richard Hopple, Vorstandsvorsitzender von Unicast. Dies wundert mich nicht: Diese Gruppen springen auf jeden Zug, der Ihnen Werbeumsätze bescheren könnte. Nur hat wieder niemand den armen Endverbraucher gefragt, der die Spots aushalten muss.

Dass mir als Surfer im Hintergrund riesige Datenmengen auf meinen Rechner geladen werden - und dies ungefragt auf meine Kosten - finde ich eine Unverschämtheit.

Außerdem halte ich - wie schon öfter geschrieben - gar nichts von Unterbrechungs-Werbung im Internet, weil sie von den Menschen (sollte ich lieber 'Opfer' sagen?) als störend empfunden wird: "Pop-Ups, DHTML-Banner & Co. nerven", gilt als verbreitete Meinung unter den Internetnutzern. Warum soll nun Video-Werbung auf besondere Gegenliebe stoßen? Wenn etwas nervt und stört, dann stört es - auch wenn es in "voller Fernsehqualität" flimmert. Wir werden es bestimmt "akzeptieren und sogar mögen".

Hier haben wir also wieder den typischen Fall: Die Macher geilen sich an ihrer technischen Neuerung auf - und haben sich nie gefragt haben, ob sie der Endkunde auch akzeptieren wird. Schwachköpfe.

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