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Donnerstag, 11. März 2010
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Bild Marketingberater Max Zorno

Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater:

"Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen.
Ich wäre erfreut, wenn ich mir mit meinen Leistungen Ihr Vertrauen erarbeiten dürfte."

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Wenn Du geschwiegen hättest, wärst Du Kommunikator geblieben

"Wer wird Millionär?" ist ein Renner. Günther Jauch stellt knifflige Fragen, stürzt seine Rate-Kandidaten in die Verzweiflung. Den Kommunikationsexperten von Siemens scheint die Rateshow so gut gefallen zu haben, dass sie sich gedacht haben: "Warum probieren wir so was nicht mal in unserer Werbung?"

Das Werberätsel

Folgendes Rätsel haben sie uns aufgegeben: "Wer oder was steckt hinter "HiPath"? Können Sie mir verraten, wofür folgende Siemens-Bannerwerbung bei SPIEGEL Online wirbt?

Schnappschuss von Spiegel Online
Siemens-Werbung bei Spiegel Online (Schnappschuss vom März 2006)

Werbebanner-Analyse

Schauen wir uns den Banner genau an:

Der Bannerablauf im Detail
Kompletter Bannerablauf in 3 Stufen

Fehler 1: Siemens verschweigt, worum es bei HiPath geht. "HiPath Managed Services" - Dummdenglisch vom Feinsten! Klingt toll, sagt aber nichts. Weiter brabbelt das Unternehmen Allgemeinplätze von "innovativer Kommunikation" und "globalem Service" - klingt auch gut, bleibt jedoch unkonkret, spricht niemanden an. Mit solchem Blabla locken Sie keinen Kunden hinter dem Ofen hervor - und schon gar nicht auf die Siemens-Website oder die CeBIT.

Fehler 2: Die Auswahl des Werbeplatzes. HiPath Services sind Kommunikationdienste, die in Firmen die gute alte Telefonanlage ersetzen sollen. Das Angebot richtet sich also an Geschäftskunden. Ob es da eine gute Idee ist, in einem Publikumsmagazin wie Spiegel Online zu werben? Dies führt zu Streuverlusten und kann sich nur ein Konzern leisten, der auf Säcken voller Geld thront.

Das Ratespiel setzt sich auf der Unternehmens-Website fort

Vielleicht denken Sie nun, dass ein solcher Lapsus mal passieren kann. Falsch! Bei Siemens scheint dahinter System zu stecken. Die angepriesene Website schweigt sich ebenfalls hartnäckig aus, was hinter HiPath steckt:

Schnappschuss der Siemens-HiPath Website
Schnappschuss der Siemens-HiPath Website (Schnappschuss vom März 2006)

Was verbirgt sich hinter "Enterprise Solutions" (links oben im Schnappschuss der Website angepriesen)? Stammen die aus einem gewissen Raumschiff?

Lesen wir weiter die salbungsvollen Worte im Kasten "HiPath von Siemens": "Kommunikations- und Security-Lösungen sowie Services für Unternehmen jeder Branche, Struktur und Größe. Machen Sie Ihr Unternehmen effizienter und sicherer mit HiPath Total Business Communications."

Herrschaften, welch tolle Phrasen! Und das Beste: Diese Firma bietet alles für alle in allen Ausführungen. Ich bin so ahnungslos wie vorher, verneige mich aber ehrfürchtig.

"Null Bock" auf Informationssuche

Mögliche Kunden verlieren schnell die Lust, wenn sie nach brauchbaren Informationen suchen müssen. Sie klicken weg.

Die Leute werden immer ungeduldiger: Vor einigen Jahren waren Website-Besucher noch bereit, einige Klicks (geschätzte 4 bis 5 Klicks) in die Erkundung eines Informationsangebots zu investieren. Heute verlassen sie eine Netzpräsenz unverzüglich nach 1 oder 2 Klicks, wenn ihnen die gewünschten Infos nicht augenblicklich ins Gesicht springen. Meine Analysen des Benutzerverhaltens auf diversen Internetseiten belegen diesen Trend ganz klar.

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Strukturierung der Informationen das A und O des Website-Erfolgs

Diese Verhaltensänderung legt die Messlatte für den Aufbau einer erfolgreichen Website heute sehr hoch. Die gelungene Strukturierung eines Informationsangebotes ist das A und O des Website-Erfolgs. Grundregel: Entweder der Informationsarchitekt plagt sich oder der spätere Besucher.

Auch große Namen produzieren kleine Leistungen

Siemens versagt in dieser Disziplin kläglich und spielt mit seinen Website-Besuchern ein Quiz: "Raten Sie mal, was wir anzubieten haben." Im Gegensatz zu Günther Jauch werden ihm die Publikumserfolge verwehrt bleiben. Und Millionär wird allenfalls die Webagentur, die diesen Quatsch im Siemens-Auftrag so kritiklos ins Netz gestellt hat.

Wenn Ihr geschwiegen hättet, hätte ich Euch weiter für Kommunikations-Profis gehalten!

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