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Freitag, 12. März 2010
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Bild Marketingberater Max Zorno

Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater:

"Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen.
Ich wäre erfreut, wenn ich mir mit meinen Leistungen Ihr Vertrauen erarbeiten dürfte."

Galerie des miesen Marketing

Heute schon gepoppt? Werbung, die nervt

Wer eine Plage im Internet sucht, wird bei Pop-Up-Fenstern fündig: Man geht auf eine Website, um sich zu informieren. Plötzlich gehen aus dem Nichts weitere Fenster auf und preisen Dinge an, die die Welt nicht braucht: Neue Produkte, den "Mega-Preishit", Gewinnspiele, das Grußwort vom Chef. Pop-Ups, das sind die Fenster, die mich immer irgendwo hineinziehen wollen, wo ich gar nicht hinein möchte. Dabei gehen sie so aufdringlich vor wie Türsteher vor Kneipen auf der Reeperbahn: "Kommen Sie rein, die Puppen tanzen auf den Tischen, Pils nur 5 Euro."

Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.

Franz Grillparzer

Kaum eine Werbeform ist aus Sicht der Psychologie größerer Unsinn

Quelle, Obi, Telekom - viele große Firmen verwenden Pop-Up-Werbung, z.B. wenn man auf deren Website kommt. Soll man Pop-Ups also für ein gutes Werbemittel halten, wenn die großen Fische sie einsetzen? "Unsere Kunden reagieren in großer Zahl recht positiv auf dieses neue Instrument", behauptet Obi. Klare Antwort: Nein, Pop-Ups sind Unfug! Es ist logisch, warum dies so ist: Ein Internetnutzer verfolgt ein Informationsziel, wenn er durchs Netz surft. Pop-Up-Werbung bedeutet dabei eine Ablenkung; in 99% aller Fälle führen die Pop-Up-Inhalte vom Informationsziel weg. Beim Besuch auf http://www.telefonbuch.de will ich eine Telefonnummer recherchieren (wer hätte es gedacht?). Doch plötzlich schleudert mir der Stern ein Pop-Up entgegen und lädt mich ein, sein Blatt zu abonnieren. Nein, liebe Schreiberlinge, ich möchte kein Abo und keinen Superschnäppchen-Organizer - ich möchte eine Telefonnummer! ICH MÖCHTE EINE TELEFONNUMMER, MERKT EUCH DAS! Was liegt also näher, als das Pop-Up unbeachtet wieder zuzuklicken?

Zwei Werbetreibende auf dem Holzweg: Ich will kein Stern-Abo. Und auch der Anbieter hinter dem Werbe-Banner ist schief gewickelt: Die Infos, die mich interessieren sind ausschließlich Telefonnummern. Deshalb wird die Werbung nicht beachtet. Pech für den Werbetreibenden, der dafür viel Geld investiert hat.

Pop-Up-Werbung bei www.telefonbuch.de
Pop-Up-Werbung des Sterns bei www.telefonbuch.de

Pop-Ups bieten langfristig nicht mehr Werbewert als Bannerwerbung

"Pop-Ups zuklicken und vergessen - worin besteht also Dein Schaden, lieber User?" werden die Pop-Up-Verfechter fragen. Zunächst einmal hat die Firma den Schaden, die mit Pop-Ups wirbt: Sie verplempert Geld für eine Werbeform, die aus nahe liegenden Gründen nichts bringt. Die Klickraten für Banner sind ins Bodenlose gefallen- nur noch 2 bis 5 von 1000 eingeblendeten Bannern wird tatsächlich angeklickt. Warum sollte dies bei Pop-Up-Werbung anders sein? Ich hätte mir einen netten Urlaub leisten können, wenn ich das Geld bar ausgezahlt bekommen hätte, das die Firmen für die Pop-Up-Fenster gezahlt haben, die ich in meinem Leben schon weg geklickt habe.

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Pop-Ups vergraulen die potenzielle Kundschaft

Außerdem hätte ich dieses Geld als Schmerzensgeld verdient: Pop-Ups kosten Ladezeit und Wartezeit! Pop-Ups nerven! Pop-Ups sind ungefähr genauso willkommen wie ein Rosenverkäufer, der beim Candlelight-Dinner im Restaurant vorbeikommt: "Der Herr, scheene rote Rose für die Fraulein?" Man stelle sich einen Rosenverkäufer vor, der alle 5 Minuten kommt - so wie das durchschnittliche Pop-Up-Window.

Verfechter von Pop-Up-Werbung werden meine Geschäftsidee lieben

Das bringt mich gerade auf eine geniale Geschäftsidee: Der Pop-Up-Rosenverkäufer. Ich konstruiere den ersten Pop-Up-Rosenverkäufer der Welt! Jedes Mal, wenn der Restaurantgast mit der Gabel den nächsten Bissen aufspießt, taucht neben dem Tisch aus dem nichts der Pop-Up-Rosenverkäufer auf: "Der Herr, scheene rote Rose für die Fraulein?" Und beim nächsten Bissen poppt er wieder auf: "Der Herr, scheene rote Rose für die Fraulein?" Ja, liebe Pop-Up-Fans unter den Marketiers, wenn Euch die Pop-Up-Fenster so toll gefallen, dann werdet Ihr mir den Pop-Up-Rosenverkäufer doch sicherlich aus den Händen reißen? Wer beruflich Pop-Up-Werbung macht, den dürfte doch der Pop-Up-Rosenverkäufer beim nächsten Abend im Lokal nicht stören, oder?

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