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Freitag, 10. September 2010
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Bild Marketingberater Max Zorno

Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater:

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Gorilla-Angriffe im Burgerkrieg

Ein Big Mac und das menschliche Hirn gleichen sich in vieler Hinsicht. "Hirn ist sehr wabbelig und hat keinen inneren Halt", sagt Anatomin Katrin Zilles von der Uni Düsseldorf. Ob nach jahrelangem Burger-Verzehr unter der Schädeldecke manches McDonald's-Mitarbeiters ein Hamburger das Hirn ersetzt hat, ist unerforscht. Empirische Beobachtungen sprechen dafür.

Arroganter Marktführer auf hohem Ross

Schauen wir uns eine Anzeige (1/1 Seite) an, die die Könige der Burger-Brater am 19.01.2003 in der Bild am Sonntag (BamS) geschaltet hatten:

McDonalds-Anzeige in der BamS
McDonalds-Anzeige in der BamS

In dieser Anzeige spuckt die Nummer 1 auf die Nummer 2 herab. Sie kommuniziert Überheblichkeit und Dummheit. Liebe Fleischklops-im-Brötchen-Strategen mit den 2 goldenen Bögen, schaut doch einmal in Eure Jahresbilanz: Euer Umsatzwachstum betrug im Jahr 2002 mickrige 0,8 Prozent. Burger King ist dagegen im gleichen Zeitraum um 15% gewachsen und konnte im fünften Jahr in Folge eine zweistellige Zuwachsrate verbuchen (Zahlen jeweils für Deutschland). Wie lange bleibt jemand Nummer 1, wenn er selbst stagniert und die Konkurrenz in schnellen Schritten aufholt?

Guerilla-Marketing falsch verstanden

Das Schlimme ist, dass die Unfähigkeit zu denken so oft mit der Unfähigkeit zu schweigen Hand in Hand geht.

Hans Krailsheimer

Lieber Ronald McDonald, Du hast etwas falsch verstanden: Wir leben im Zeitalter des Guerilla-Marketings, nicht des Gorilla-Marketings. Sich als Gorilla auf die Brust zu trommeln und als Nummer 1 auszurufen, ist nicht originell und bringt keine Kunden. Seit wann kommt es in der Gastronomie auf Größe an? Die besten Restaurants sind winzige Betriebe, die von ihren Inhabern geführt werden.

Als sei eine Anzeige nicht genug, beglückt uns McDonald's mit einer zweiten ganzseitigen Botschaft in derselben BamS-Ausgabe:

McDonalds-Anzeige in der BamS
McDonalds-Anzeige in der BamS

Auch aus dieser Anzeige spricht der Geist der dicken, fetten, bornierten Nummer 1. Es ist schlimm, wozu übermäßiger Genuss von Happy Meals führen kann.

Der Schuss ging nach hinten los

Die Anzeigen sind peinlich für ein Unternehmen, das in 2002 mit 106,1 Millionen Euro Werbeinvestitionen zu den Top-20 der deutschen Werbungtreibenden gehörte. McDonald's scheint ein "Marketingproblem Royal TS Hausmacher Art" zu haben.

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Nur 3 Monate später hat das McDonald's-Management seine eigene Kommunikation vom Januar 2003 selbst karikiert. James Cantalupo, McDonald's CEO, sagte in einem Interview mit BBC-Online: "Wir haben versucht immer größer zu werden, anstatt bessere Qualität zu liefern." Neue, gesündere Produkte sollen auf den Markt gebracht werden. "Die Welt hat sich verändert und wir müssen uns mit ihr verändern", so Cantalupo weiter. Auf seiner Agenda stehe "das Erwachen eines schlafenden Giganten".

Bitte erspart uns in Zukunft weiteren Meiner-ist-der-längste-Exhibitionismus!

Quellen:

  • http://www.ftd.de/bm/ma/1036753530039-i.html
  • http://www.taz.de/pt/2002/12/19/a0075.nf/text.ges,1
  • http://www.forum-dialog.de/forumdialog/mcdonaldsaufdemwegzumgourmettempel.html
  • http://www.mcdonalds.de/inc/presse/media/jahresbericht.pdf
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